Der Splitblog im Januar – Lebendige Geschichte mit KI

Der Splitblog im Januar – Lebendige Geschichte mit KI

Die teils berechtigte Kritik am Einsatz von KI reißt nicht ab. Die Medien sind voll von Schlagzeilen über Deepfakes und Falschinformationen. Wir wollen aber nicht negativ ins neue Jahr starten, sondern uns eher positiven Themen widmen.

Bereits seit einiger Zeit wird KI, insbesondere KI-Bildgeneratoren, genutzt um historische Personen und Szenen visuell nachzustellen. Das hilft vor allem Forschenden dabei, sich ein besseres Bild von vergangenen Ereignissen zu machen und ihre Forschung zu vertiefen.

KI im Geschichtsunterricht

Aber auch Schülerinnen und Schüler können vom KI-Einsatz im Geschichtsunterricht profitieren. Das menschliche Hirn begreift Bilder nachweislich besser als Worte. Eine Tatsache, die Lehrkräfte regelmäßig vor Herausforderungen stellt. Die meisten von uns erinnern sich sicherlich an langweilige Unterrichtsmonologe, deren Inhalt spätestens mit der Pausenklingel wieder vergessen war. Besonders der Geschichtsunterricht lässt sich jedoch schwerlich greifbar gestalten, denn das Budget und die Zeit für regelmäßige Besuche von Museen oder anderen Schauplätzen sind knapp. KI kann hier zumindest ein Stück weit Abhilfe schaffen. Mit ihrer Hilfe wird es möglich, historische Momente, Personen und Szenen in die Gegenwart zu holen. Statt mündlicher Beschreibungen, beispielsweise von historischen Artefakten, können KI-Bildgeneratoren diese Artefakte realistisch nachstellen und so das Vorstellungsvermögen beflügeln. Historische Szenen lassen sich als Videosequenzen nacherleben. Mit der Serie „Deepfake Diaries“ hat das ZDF mit Hilfe von KI-Technologie Zeitzeugen lebendig werden lassen. Diese Serie zeigt eindrucksvoll, wie durch die Kombination von historischen Aufnahmen und moderner KI-Technologie eine neue Form des Geschichtsunterrichts entstehen kann.

Chancen und Herausforderungen

Natürlich ist auch hier Fingerspitzengefühl und Vorsicht geboten. Datenschutzbelange müssen berücksichtigt werden und KI-generierte Inhalte müssen immer auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden. Aber hier bietet sich auch die Möglichkeit aus Risiken Chancen zu machen: Können Schülerinnen und Schüler Fakt und Fiktion unterscheiden? Finden sie beispielsweise Fehler in Videos oder Falschaussagen in KI-generierten Zeitzeugenberichten? So würde nicht nur das historische Wissen, sondern gleichzeitig auch die kritische Mediennutzung geschult. Schülerinnen und Schüler könnten lernen, wie man Informationen überprüft und wie man mit digitalen Medien verantwortungsvoll umgeht. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der Falschinformationen und Manipulationen allgegenwärtig sind.

KI in anderen Fächern

Aber nicht nur der Geschichtsunterricht kann von KI-Nutzung profitieren. Auch im Kunstunterricht kann KI zum Beispiel Landschaftspanoramen in lebendige Szenen verwandeln. Oder wie wäre es, im Deutschunterricht Autorinnen und Autoren mal „persönlich“ dazu zu befragen, was sie mit ihren Gedichten und Werken ausdrücken wollten? Durch den Einsatz von KI könnten Schülerinnen und Schüler in interaktive Gespräche mit historischen Persönlichkeiten treten und so ein tieferes Verständnis für die Literatur und die Zeitgeschichte entwickeln.

Mehr zum Thema

Eine Anleitung für Schüler und Schülerinnen zum Chatten mit historischen Persönlichkeiten gibt es hier: https://www.kiraffe.de/materials/Lernpfade/historische-persoenlichkeiten.html . Möglich ist das beispielsweise auch mit der App „Hello History – AI Chat“.

Oder zum Anschauen: https://www.zdf.de/dokus/terra-x-history-deepfake-diaries-100

Zum Nachlesen: https://hisgoespub.hypotheses.org/5676 , https://eisenbach-einst-und-jetzt.de/wenn-alte-fotos-lebendig-werden-ki-clips-aus-eisenbachs-geschichte , https://deutsches-schulportal.de/unterricht/zeitzeugen-als-hologramme-wie-digitale-loesungen-naehe-schaffen/